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Bildarchiv für Giessen (Stadt) Landkreis Giessen (Lkg)/ Hessen / anderswo/ u. Sonderthemen

In meinem Archiv gibt es viele Bilder zum Thema Deutsche Einheit. Viele haben auch persönlich etas mit mir zu tun.Im Fernsehen gab und gibt es einige Filmbeiträge mit Bildern von mir aufgenommen zum Thema Häftlingsfreikauf. Dazu wurde ich auch selbst interviewt.So kann ich auf mehrer Fernsehauftritte in Zusammenhang mit meinen Häftlingsfotos verweisen. Erst am 23.09.18 hat das ZdF die Sendung "History-Die unglaublichen Geschichten der DDR“ wiederholt. Der MDR hat „Hier um Vier“ ein Gespräch mit mir ausgestrahlt. In einem Film über den RA Vogel aus der DDR kommen meine Bilder mit den Häftlingsbussen vor die 1977 an der Deutsch-Deutschen Grenze in Herleshausen für die Illustrierte „stern“ entstanden. Im Mauermuseum in Berlin (auch im Berliner Noaufnahmelager) weren Fotos von mir verwendet. Es gibt viele Buchveröffentlichungen. Auch die BILD-Zeitung hat ein großes Buch mit Fotos von mir herausgebracht. Studenten der Uni Giessen habe mich und meine Bilder in zwei Filmproduktionen benutzt. Im heutigen ehemaligen Gefängnis Kaßberg (früher Karl-Marx-Stadt) kann man meine Fotos sehen.Das Bundesarchiv und der Stasi-Beauftragte der Regierung kennen meine Bilder…..

Der ehemalige Bundes-Außenminister Erich Mende wollte meine Fotos sogar vor der UNO zeigen. Mit dem Busfahrer eines Busses, Horst Niepel, habe ich in der DDR in Damgarten als Fotolehrling zufällig mehrere Monate gemeinsam ein Zimmer unterm Dach geteilt. Ihn habe ich beim fotografieren der Busse nach 18 Jahren wiedergesehen. Die Stadt Giessen hat vor Jahren mit meinen Bildern Busse und Notaufnahmelager eine Ausstellung organisiert. Da war auch Horst Niepel zu Gast und ich mußte über die Bilder und ihre Entstehung eine Rede halten. (Diesen Text gibt es als pdf auch unten auf dieser Internet-Seite) Weitere Fragen zu einzelnen Bildern können aktuell mündlich beantwortet werden!

Bilder zum Tag der Deutschen Einheit

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Gedächtnis der Nation mit K-H Brunk
Mein Film 32
Mein Film 5
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Port 70027 - Arbeitskopie 2
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Wir wollen nach Giessen  Doku (2)
ZDF Peter Hahne 29-09-13
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 Sehr verehrte Damen und Herren

Es ist für mich schon etwas besonderes, hier zu stehen und zu ihnen zu sprechen. Als Fotograf steht man doch meistens im Hintergrund, auch wenn man manchmal mitten auf einer Bühne steht um etwas zu fotografieren , die im Saal sitzenden Veranstaltungsteilnehmer den Fotografen sehen und am nächsten Tag sagen „Ich kenne sie auch“.

Zu den hier ausgestellten Bildern habe ich einen sehr großen persönlichen Kontakt. Ich selbst bin im Dezember 1960, kurz vor Weihnachten, über Berlin in die Bundesrepublik und ins Notaufnahmelagen Giessen gekommen. Damals gab es statt Betten noch Strohschütten und Decken zum Schlafen. Zum

 Glück wohnte mein Bruder schon seit einigen Jahren in Giessen und ich konnte bei ihm unterkommen. Schon am 3. Januar fotografierte ich bereits für die damalige „Freie Presse“, der Vorgängerin der heutigen „Giessener Allgemeinen Zeitung“. Mein Aufnahmeverfahren wurde bei Besuchen im Notaufnahmelager abgehandelt. Nach meinen Reibereien mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR, kurzer Haft in Neubrandenburg, danach freiwilliger Verpflichtung „am Aufbau des Sozialismus“ als Bauarbeiter beim Hafenbau in Rostock statt Knast mitzuarbeiten, hatte ich eigentlich die Nase voll von Verhören und Geheimdiensten und konnte mich als 19-jähriger bei den westlichen Befragungen an nichts erinnern. Manchmal hat diese Grundeinstellung allerdings nicht geholfen man wußte hier schon einiges sehr genau.Wer also von Ost nach West geflohen war und glaubte Befragungen und Verhören hinter sich gelassen zu haben, war sicherlich frustriert über den westlichen Geheimdienst-Empfang. Später hat sich das allerdings bei mir etwas gelegt. Es kamen ja auch Spione über die Grenze und auch im Notaufnahmelager Giessen

 wurden einige enttarnt.

Das Fotografieren im Aufnahmelager war verboten, dennoch gab es vereinzelte geduldete oder heimliche Möglichkeiten. Die Illustrierten zahlten bei spannenden Fluchtgeschichten 300 oder bei größeren Storys auch 500 Mark an die Beteiligten. Diese Beträge habe ich oft vermitteln können in dem Glauben notleidenden Flüchtlingen zu helfen. Der Häftlingsfreikauf der Bundesrepublik, der ja schon 1963 begann, sollte nach der Empfehlung des Deutschen Presserates nicht veröffentlicht werden. Daran hat sich die Presse auch lange gehalten. Erst als Menschenrechtler und deren Organisationen die DDR wegen des Verkaufs von politischen Gefangenen anprangerten, das sogar vor die UNO bringen wollten und die Menge der freigekauften Häftlinge und die dafür gezahlten Beträge größere Ausmaße annahmen, fing die vereinzelte Berichterstattung an.

Ich hatte zu der Stern-Bildreaktion seit vielen Jahren einen

 freundschaftlichen Kontakt und habe oft Bilder aus der Region für den „Stern“ geliefert. Der Frankfurter Redaktionsleiter Gerhard F. Baatz war zu einem väterlichen Freund geworden, der mir viele Ratschläge für die journalistische Arbeit gegeben hat. Der Bildchef in Hamburg, Wolfgang Sorsche, war ein Urberliner und bei unseren Telefonaten berlinerten wir oft. Schließlich ist mein Vater ein geborener Berliner und die ganze Verwandtschaft wohnt in und um Berlin herum. Ich war auch für den „Stern“ in Kassel bei dem Deutsch-DeutschenTreffen Stoph/Brand eingesetzt und schaffte es sogar auf 4 Bilder ins Blatt.

Im September 1977 erhielt ich einen Anruf der Hamburger Redaktion mit dem Auftrag am Grenzübergang Herleshausen die Häftlingsbusse zu fotografieren. Da damals meine Eltern noch in der DDR lebten, wollte ich ablehnen! Doch ich sollte nur zur Sicherheit da sein. Die Story sollte von den in der DDR akkreditierten Stern-Journalisten erfolgen. Die wurden nach Karl-Marx-Stadt zum Gefängnis beordert. Der STASI hat diese

 Journalisten mit ihrem Auto aber bemerkt, sie abgelenkt und die Busse durch einen Hinterausgang fahren lassen. Später auf der Autobahn in der DDR war 100 erlaubt, die Busse fuhren 120, begleitet von STASI-Fahrzeugen mit Blaulicht. Die Stern- Mitarbeiter hatten keine Chance.

Ich machte mich rechtzeitig von Giessen aus auf den Weg nach Herleshausen. Schon 1 Stunde vorher habe ich das Gelände um den Grenzübergang erkundet, mein Auto abseits abgestellt und eine schmale Schneise zwischen Bäumen entdeckt, die eine ideale Sicht auf Grenze, DDR-Emblem, Grenzzaun und Grenzstrich auf der Strasse bot. Dazu kletterte ich im Niemansland auf einen hohen Baum. Der Ausschnitt für das Motiv war sehr eng, maximal 2 Aufnahmen von den fahrenden Bussen möglich. Aber auf den STASI war ja in Sachen Pünktlichkeit Verlass. Plötzlich tauchte unter mir eine Doppelstreife des Bundesgrenzschutzes auf, die das Gelände absuchte. Sie haben mich auf dem Baum nicht entdeckt. Wenige Minuten später erschienen dann die 2 Busse, gefolgt

 von dem Mercedes von DDR-Rechtsanwalt Vogel. Ich hatte mein Traumbild im Kasten…

Der Strassenverlauf vor dem Grenzübergang macht von Osten eine große Schleife. So konnte ich noch aus dem Niemansland heraus Busse und Mercedes von Vogel beim überfahren der Grenzstation sozusagen von hinten aus fotografieren. Am Kontrollpunkt angekommen, wurde ich von unserem Bundesgrenzschutz in Empfang genommen und „wegen der Gefahr zur Behinderung einer Amtshandlung“ festgesetzt. Erst als alles vorbei war, durfte ich wieder gehen.

Natürlich bin ich eine zweites Mal wieder hingefahren, habe den fehlenden Teil meiner Story von vorne fotografiert und die Busse über die West-Autobahn durch Giessen bis ins Notaufnahmelager verfolgt. Diese Bilder sind fast die einzigen, die es von dem Häftlingsfreikauf gibt. Der damalige Bundesaußenminister Erich Mende wollt sie vor der UNO zeigen. Das Mauermuseum in Berlin nennt mich Mitautor und

 zeigt in seiner Dauerausstellung ein großes Bild von den Bussen.

1986, bei einem Urlaub an der Ostsee in Lübeck-Travemünde nahm ich die sich 1x in der Woche bietende Gelegenheit wahr, um einen Tagesausflug per Schiff nach Rostock in die DDR zu unternehmen. Unter den Ausflüglern waren auch einige frisch freigekaufte DDR-Häftlinge. Die hatten zwar unterschrieben, dass sie nach ihrer Entlassung vorerst nicht die DDR besuchen, haben sich aber nicht daran gehalten. Doch die STASI hatte sie in ihrem Computer und ließ sie nicht an Land gehen. Da haben sich herzzerreißende Szenen abgespielt. Man war nur wenige Meter voneinander getrennt, in greifbarer Nähe, konnte sich zuwinken und zurufen, Kinder und Enkel wurden in die Luft gehalten, alles schrie durcheinander, Tränen flossen auf beiden Seiten. Ein trauriges, ergreifendes Erlebnis, welches ich nicht vergessen werde.

1958 hatte ich in Damgarten in der DDR als Fotografen-Lehrling

 zusammen mit einem Fahrlehrer ein kleines Zimmer unter der Dachschräge mit 2 Betten einem Schrank, einem Waschtisch mit Karaffe und einem Plumpsklo auf dem Hof. Wir haben einige Monate zusammen in diesem Mansardenzimmer gewohnt, bis er verschwunden und in den Westen geflohen war. Dieser Horst Niepel hat einen von den Bussen beim Häftlingsfreikauf gefahren. Er hat meinen Namen in der Stasi- Unterkunft im Gefängnis in Karl-Marx-Stadt über Lautsprecher plötzlich gehört. „Man wolle vielleicht den Transport verschieben, weil der Brunk an der Grenze in Herleshausen steht“. Die DDR-Grenzer hatten mit ihren Ferngläsern mein Auto entdeckt, meinen Namen herausgefunden und den Bundesgrenzschutz informiert. Nach seiner Ankunft in Giessen hatte ich ganz aufgeregt Horst Niepel am Telefon, der mich nach fast 20 Jahren Wiedersehen wollte. Heute sitzt er unter ihnen und wird in diesem Monat 80 Jahre alt. Lieber Horst, erhebe dich und lass dir für deine Fahrten danken und dich feiern.


 Karl-Heinz Brunk

Entwurf einer Rede am 3.10.11 im Stadthaus in Giessen zur Eröffnung einer Bildausstellung Tag der Deutschen Einheit

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© brunkfoto /  Karl-Heinz Brunk /Friedhofsallee 22 / 35396 Giessen Tel. 0641-9303800 / Fax -9303801 E-Mail: brunkfoto@t-online.de   oder   brunkfoto@icloud.com  www.brunkfoto.de oder www.brunkfoto-shop.de    Die Verwendung/Veröffentlichung meiner Bilder ist honorarpflichtig! Ausgesuchte Fotos als Bild in eine eigene E-Mail bewegen oder die Dateinummer in der Formular-E-Mail dieser Webseite verwenden!
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